Unser Aufruf zum Palästina Antikolonial Block auf der Lenin-Liebknecht-Luxemburg Demonstration

LAG Palästinasolidarität Berlin

Nieder mit dem Krieg! Krieg dem Kriege! […] Wenn euch befohlen wird zu schießen, schießt nicht!“

(aus dem Aufruf zur Kriegsdienstverweigerung, Rosa Luxemburg, 1913)

Im Januar 2026 begehen wir den 107. Jahrestag der Ermordung der Mitbegründer:innen der KPD in Deutschland – Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg – sowie, wie es die von ihnen gegründete KPD wenige Jahre später in die revolutionäre Tradition mit einband, die Ehrung einer der zentralen Figuren der sozialistischen Oktoberrevolution – Wladimir Iljitsch Lenin – der ebenfalls im Januar verstarb.

Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg waren kommunistische Kämpfer:innen und wichtige Führer:innen unserer Bewegung. Sie opferten ihr Leben im revolutionären Kampf für die Diktatur des Proletariats in Deutschland. Sie stehen für den entschlossenen Einsatz gegen den imperialistischen Krieg. Auf Befehl der SPD-Führung wurden sie nur wenige Tage, nachdem sie ihre wichtigste Handlung – die Gründung der Kommunistischen Partei – vollzogen hatten, durch die Reaktion ermordet.

Der Bruch mit der Sozialdemokratie, die spätestens mit dem ersten Weltkrieg offen in das Lager der imperialistischen Bourgeoisie gewechselt war, kam in Deutschland zu spät. Die junge KPD war lange nicht so gestählt und kampferprobt wie es die Russische Lenins war. Deswegen scheiterten die revolutionären Kämpfe in Deutschland, so heldenhaft und opferreich sie auch waren, vorerst. Lenin erklärte 1917:

„Die großen Revolutionäre wurden zu Lebzeiten von den unterdrückenden Klassen ständig verfolgt … Nach ihrem Tode versucht man, sie in harmlose Götzen zu verwandeln.“

Das ist absolut zutreffend und bestätigt sich heute ein weiteres Mal, wenn sich selbst die SPD mit „Rosa und Karl“ schmückt, wenn Sozialdemokrat:innen die Inhalte unserer Vorkämpfer:innen abstumpfen und entstellen, sie zu idealistischen, pazifistischen Träumer:innen degradieren.

Aber Liebknecht und Luxemburg waren revolutionäre Kommunist:innen, die ihr Leben im Kampf für die KPD, die sozialistische Revolution und gegen die imperialistische Barbarei gaben!

„Der Kampf um den Sozialismus ist der gewaltigste Bürgerkrieg, den die Weltgeschichte gesehen, und die proletarische Revolution muss sich für diesen Bürgerkrieg das nötige Rüstzeug bereiten, sie muss lernen es zu gebrauchen – zu Kämpfen und Siegen …“
„Auf, Proletarier! Zum Kampf! Es gilt eine Welt zu erobern und gegen eine Welt anzukämpfen. In diesem letzten Klassenkampf der Weltgeschichte um die höchsten Ziele der Menschheit gilt dem Feinde das Wort: Daumen aufs Auge und Knie auf die Brust!“

– Rosa Luxemburg, 1913

Das ist die Wahrheit. Das ist das Bekenntnis zur revolutionären Gewalt als Geburtshelfer einer neuen Welt. Das sind die Worte und der Geist Rosa Luxemburgs. Und auch Karl Liebknechts berühmtestes Zitat aus dem Jahr 1915 zeigt seinen kämpferischen und entschlossenen Willen zum Sieg der Unterdrückten:

„Der Hauptfeind jedes Volkes steht in seinem eigenen Land! Der Hauptfeind des deutschen Volkes steht in Deutschland: der deutsche Imperialismus, die deutsche Kriegspartei, die deutsche Geheimdiplomatie. Diesen Feind im eigenen Lande gilt's für das deutsche Volk zu bekämpfen, zu bekämpfen im politischen Kampf, zusammenwirkend mit dem Proletariat der anderen Länder, dessen Kampf gegen seine heimischen Imperialisten geht. Wir wissen uns eins mit dem deutschen Volk – nichts gemein haben wir mit den deutschen Tirpitzen und Falkenhayns, mit der deutschen Regierung der politischen Unterdrückung, der sozialen Knechtung. Nichts für diese, alles für das deutsche Volk. Alles für das internationale Proletariat, um des deutschen Proletariats, um der getretenen Menschheit willen!“

Der Hauptfeind steht also im eigenen Land und heißt heute BRD-Imperialismus. Ihm müssen wir in den Rücken fallen, die Herrschaft des Monopolkapitals brechen und seinen bürgerlichen Klassenstaat zerschlagen. Das und nicht weniger ist der historische Auftrag, den uns Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg hinterlassen haben.

Jeden Tag zeigt sich, dass der Imperialismus die Welt ohne Rücksicht auf Verluste mit seinen ungerechten Kriegen und seinen Völkermorden überzieht und die „internationale imperialistische Völkerzerfleischung“ (Liebknecht) fortsetzt.

Israel als imperialer Brückenkopf für die Interessen der USA in Westasien setzt seinen Genozid gegen die Palästinenser:innen seit über zwei Jahren ungehindert fort. Hunderttausende Palästinenser:innen sind Eiseskälte und Regen in Gaza schutzlos ausgesetzt, während dutzenden internationalen Hilfsorganisationen von Israel die Lizenz entzogen wurde. 58 Prozent von Gaza sind mittlerweile besetzt und auch im Westjordanland baut der Zionismus täglich neue Siedlungen.

Die USA und Deutschland als Waffenlieferant:innen stützen das Vorgehen Israels, stehen hinter dem Ziel der vollkommenen Vertreibung und Vernichtung der Palästinenser:innen.

Auch in Lateinamerika spielen die USA ihre schwarze Rolle. Am 3. Januar wurde das venezolanische Festland durch US-Streitkräfte völkerrechtswidrig angegriffen und der demokratisch gewählte Präsident Maduro gekidnappt.

Erklärtes Ziel der US-Dogmatik ist die Monroe-Doktrin, nach der Lateinamerika wieder zum Hinterhof der USA degradiert und der Einfluss Chinas zurückgedrängt werden soll. Und jeder, der sich dagegen stellt, wird bedroht und bestraft.

Venezuela beherbergt das größte nachgewiesene Ölvorkommen der Welt und liegt geographisch in unmittelbarer Nähe der USA. Es könnte kaum offensichtlicher sein, was die eigentlichen Beweggründe für die militärische Aggression der USA sind.

Der Verteidigungsminister Venezuelas hat die Kampfbereitschaft der Armee sowie des venezolanischen Volkes gegen eine mögliche US-Invasion erklärt. Wir stehen fest an der Seite Venezuelas und wünschen der USA von Herzen eine militärische Niederlage.

In Deutschland nimmt die Repression gegen fortschrittlich und revolutionäre Kräfte weiter zu und ist Teil einer umfassenden Strategie zur Aufrüstung und Militarisierung nach innen und außen.

Verbote von Organisationen, Symbolen und Meinungen nehmen genauso zu, wie Polizeigewalt, Hausdurchsuchungen, Überwachung und Verurteilungen. Und all das geschieht im Gleichschritt mit dem rasanten gesellschaftlichen Aufstieg rechter und faschistischer Kräfte und immer neuen Angriffen auf die Sozialsysteme und unseren Lebensstandard.

Wir dürfen uns diesen Angriffen nicht beugen und müssen dem als Linke Solidarität und Widerstand entgegensetzen!

Als LAG Palästinasolidarität Berlin fühlen wir uns dem Erbe von Lenin, Liebknecht und Luxemburg verpflichtet.

Wir kämpfen für eine Linke, die Schluss macht mit Krieg, Ausbeutung und Unterdrückung! Für den Sozialismus!